Loading...
Logo

Tipp für Weinliebhaber Exklusiver kulinarischer Weinabend beim „Rotwein-Papst“ Fritz Waßmer

Der Winzer lädt am 09. März 2018 auf sein Weingut ein.

Ulrike Ott Von Ulrike Ott | Badische Zeitschriften

Man nehme edle Rebsäfte eines Erfolgswinzers, regionale Leckerbissen, launige Unterhaltung, Pianomusik als Untermalung und fertig ist das Rezept für ein noch recht neues Angebot der Kur- und Bäder GmbH in Bad Krozingen. „Kulinarisches Weinerlebnis“ hat Bäderchef Rolf Rubsamen das Event getauft. Die ersten Abende waren ruckzuck ausverkauft, bald soll es wieder Neuauflagen geben. Das Tourismus-Thema „Regionaler Wein“ gewinne zunehmend an Bedeutung, sagt Rubsamen. Dem wolle man Rechnung tragen. Bewährt hätten sich bereits die mehrstündigen und von Wine-Guides betreuten Weinwanderungen durch die Bad Krozinger, Tunsler und Schlatter Reben, bei denen genau dort mittendrin Speisen und Wein aufgetischt werden, deshalb habe man den Erlebnisabend im Weingut hinzugenommen. Zweimal bereits waren Gruppen beim Weingut Martin Waßmer in Bad Krozingen- Schlatt zu Gast, jetzt ist dessen Bruder Fritz Waßmer (ebenfalls Schlatt) an der Reihe. Kein schlechter Zeitpunkt übrigens für den sympathischen Winzer, der seinen Entschluss, Weine voller Konzentration und Kraft herzustellen erst vor knapp 20 Jahren gefasst hat. Erst kürzlich nämlich hat das Weingut zum wiederholten Mal zwei deutsche Rotweinpreise bei der renommierten Zeitschrift „Vinum“ gewinnen können. In der Kategorie „Internationale Klassiker“ belegte sein Merlot „Roter Berg“ 2015 den ersten, bei den Cuvées „Felix“ 2015 aus Cabernet Franc und Merlot den zweiten Platz.

Indessen: Diese beiden preisgekrönten Roten gab es bei der Premiere der Veranstaltung in der zur Vinothek umgebauten ehemaligen Scheune nicht, dafür aber andere wunderbare Tropfen – angefangen vom Winzersekt Chardonnay Brut über einen Sauvignon Blanc und einen Grauen Burgunder (beide 2016), einen Weißen Burgunder von 2014, einen Spätburgunder von 2012 und ein Cuveé aus Pinot und Syrah von 2014. Und natürlich ließen es sich der Patron und seine inzwischen in den Betrieb eingestiegene Tochter Lisa nicht nehmen, die Weine einerseits vorzustellen und andererseits ein bisschen von der Geschichte und der Philosophie des Familienbetriebs zu erzählen. Waßmer berichtete von früheren Weinreisen in so ziemlich jedes Weinanbaugebiet dieser Welt, aber auch davon, dass er ganz schnell von den Weinen und Methoden im französischen Burgund am meisten beeindruckt gewesen  sei. Es ist bekannt: Das war dann auch der Grund dafür, dass Fritz Waßmers Rebensäfte von Anfang an in Art und Stil an den großen Weinen im Burgund orientiert waren. Er besorgte sich damals Klone bei den französischen Nachbarn und pflanzte Reben genauso, wie er es im Burgund gesehen hatte: Mit 10.000 bis 12.000 Stück pro Hektar sehr viel enger als es in Baden normalerweise üblich ist und aus dem Grund, dass die Reben so tiefer wurzeln und dadurch nicht so anfällig sind – zum Beispiel wenn es stark regnet. Bei der Ernte setzt Waßmer dann auf geringe Mengen und nur auf Handlese von bestem Lesegut. Dieses landet schließlich im Weinkeller, wo es entsprechend ausgebaut wird. Etwa 50 Prozent machen die Rotweine bei den Waßmers aus.

Zum Wein gehört natürlich auch etwas auf den Teller. Beim kulinarischen Weinerlebnis mit im Boot ist Ulrich Kopf, der in Bad Krozingen das gleichnamige Feinkostgeschäft betreibt und es sich – als langjähriges SlowFood-Mitglied – in den Kopf gesetzt hat, dass er Genussmomente schaffen will. Qualität und Authenzität hat er sich auf die Fahnen geschrieben – in der Waßmerschen Vinothek servierte er Rosmarinfladen- und Walnussbrot, Schinken und Salami, kleine Quiches, Trauben, Oliven, verschiedenen Käse und schließlich auch noch einen Butter- und einen Nusszopf. Teilweise haben Kopf und sein Team die Produkte selbst produziert – Kopf beschäftigt auch Köche – oder aber sie kommen von Erzeugern, die der Chef persönlich kennt – der Käse an diesem Abend stammt beispielsweise vom Münstertäler „Spielweg“ oder aus der „Chäschuchi“ aus Gerbach. Das Essen an diesem Abend – das ist die Philosophie des kulinarischen Weinerlebnisses – soll eine eher untergeordnete und vielmehr begleitende Rolle für den Wein spielen. Es geht um Austausch und kurzweiligen Genuss, nicht um ein mehrgängiges Essen, das vor lauter Zelebrieren kaum mehr Raumlässt für Spontanität und eine entspannte Atmosphäre. An diesem Abend zumindest ist diese gegeben.

Das mag daran liegen, dass das kulinarische Weinerlebnis bereits mit einer Taschenlampenwanderung vom Bad Krozinger Kurgebiet in den Ortsteil beginnt. Von wegen einfach hinfahren, essen und trinken. Wer zuerst durch die Kälte spaziert, freut sich umso mehr über das lodernde Kaminfeuer in der liebevoll und mit einem Mix aus Altem und Modernem eingerichteten Vinothek. Außerdem gibt es bereits unterwegs die ersten Gespräche – über Wein und Kulinarisches, über Bad Krozingen und die Regio. Für einen solchen Abend interessieren sich Bad Krozinger genauso wie Leute aus der näheren und weiteren Umgebung. Dabei sind dieses Mal auch einige auswärtige Gäste, die das mit Pianomusik von Zsolt Németh untermalte Event als Anlass für ein genussreiches Wochenende nehmen, und sogar ein Teilnehmer aus einer Rehaklinik, der damit beweist, dass Kuren heutzutage vor allem auch Wohlfühlen bedeutet. Und dazu gehören nun einmal Geselligkeit, etwas zu essen und ein Glas Wein.

Haben Sie nach diesem Bericht Lust, den kulinarischen Weinabend selbst zu erleben?

Tickets sind in der Tourist-Information Bad Krozingen erhältlich, Tel.: 07633/ 4008-104 . Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

 

Weinerlebnis mit Übernachtung

Weinerlebnis ohne Übernachtung